Die frühen Jahre

Reges Treiben in der Völkersgasse

Als der gelernte Büttnermeister Bernhard Völker im Jahre 1843 die Weinhandlung im Bereich Strohmarkt/ Völkersgasse in Kitzingen gründete, konnte die Familie bereits auf mehrere Generationen Erfahrung im Weinbau zurückblicken.

Chronik im Gästebuch zum "ersten Völker"
Chronik im Gästebuch zum "ersten Völker"

So hatte der “erste Völker” unseres Geschlechtes in Kitzingen, Johann Michael Völker, ein Schuhmachermeister, Ende des 17. Jahrhunderts in die Büttnersfamilie Freyboth eingeheiratet, deren Weinbergsbesitz bereits 1665/68 urkundlich erwähnt wird. Jener »erste Völker« kam aus dem Spessart; das Familienwappen deutet auf den früheren Rodungsauftrag der Familie hin.

Vom Büttner zum Winzer

Bald wurde Johann Michael Völker mit dem Weinbau vertraut. Außer der Schuhmacherei betrieb er eine Branntweinbrennerei und besaß einen Weinberg am Gessert. Im 18. Jahrhundert blieben die nächsten Völkergenerationen dem Weinbau immer eng verbunden: Heinrich Völker hatte als Bäckermeister und Gastwirt mehrere Weinberge.

Reges Treiben in der Völkersgasse
Reges Treiben in der Völkersgasse

Sein Sohn Georg Bernhard Völker lebte in der Völkersgasse als Essigsieder und Büttnermeister, war Geschworener der Büttnerzunft und konnte beachtlichen Weinbergs- und Grundbesitz nachweisen. Einer unserer heutigen Weinberge am Kitzinger Eselsberg stammt aus dieser Zeit. Beschriftete Steinplatten, Zeitdokumente sind noch erhalten.

Auch Andreas Völker, Vater des Firmengründers, betrieb Weinbau und Landwirtschaft, war Büttnermeister und Essigsieder und Mitglied in der Prüfungskommision der Büttnerzunft. Sein Gesuch um die Meisterrechtsverleihung aus dem Jahr 1796 zeigt einen Blick in die Stadt- und Zeitgeschichte.

Der Firmengründer Bernhard Völker stellte die 5. Völkergeneration in Kitzingen dar und seine Erfahrungen im Büttnerhandwerk, im Weinbau und Weinausbau ließen die Entscheidung reifen, im Jahr 1843 eine Weinhandlung zu gründen. Auch das wirtschaftspolitische Umfeld begünstigte seine Entscheidung, da 1833 die Zollschranken in Deutschland gefallen waren und sich neue Absatzmärkte eröffneten.

Bis heute zu kaufen: Essigspezialitäten aus alter Rezeptur
Bis heute zu kaufen: Essigspezialitäten aus alter Rezeptur

Ein wichtiges Standbein der Gründergeneration war auch die Essigsiederei, später die Essigfabrikation, für welche eine größere Kundschaft im Nahbereich vorhanden war. Die nebenbei betriebene Landwirtschaft stellte die Pferdefuhrwerke, um die Ware auszuliefern.

Somit auf mehreren Beinen stehend, blühte der Betrieb auf und man mußte bald mit Platzproblemen im Anwesen Strohmarkt/Völkersgasse kämpfen.

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