Mit Hammer und Ramme

In unseren oft 30 Jahre alten Anlagen geht jedes Jahr so einiges kaputt. Holzpfähle brechen, Drähte reißen. Und so gibt es jedes Jahr nach dem Rebschnitt eine Reparaturaktion. Der erste Teil ist noch gemütlich. Da gehen wir durch alle Weinberge, zählen die kaputten Pfähle (und ggf. nachzupflanzende Reben), spannen Drähte und flicken was in den Zeilen zu flicken ist. Und dann wartet der erste Muskelkater des Jahres – die neuen Stickel wollen mit der Pfahlramme aka Schlagkatze in den Boden gerammt werden. Die meisten Pfähle hat dieses Jahr definitiv Nick in die Erde getrieben.

Steht so ein Stickel am Zeilenanfang oder -ende muss er zudem mit einem besonders starken Draht an einem tief im Boden steckenden Anker fixiert werden. Er würde sich sonst durch die Spannung des Drahtrahmens verziehen. Nun ist der Anker manchmal nicht mehr auffindbar. Sei es weil die Erosion ihn im Lauf der Jahrzehnte überspült hat oder weil er schlichtweg durchgerostet und abgebrochen ist. Da muss dann erst mal gegraben werden, manchmal findet man ihn noch manchmal nicht. Dann kommt der Vorschlaghammer zum Einsatz und ein neuer Anker wird versenkt.

Die Hecken und Bäume zeigen seit ein paar Tagen das erste Grün, im Weinberg summen endlich wieder Bienen und Hummeln, Ehrenpreis und Vogelmiere blühen – wir sind vorbereitet und der Frühling kann kommen!

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