Winterruhe

Lange wärt die Winterruhe in einer Kellerei ja nicht, aber “zwischen den Jahren” lässt es sich dann doch durchschnaufen und Wein, Weinberg und Büro gehen für ein paar Tage in den Winterschlaf.

Angesichts der harten Weinlese entwickeln sich die Weine doch ganz erfreulich und die ersten Tanks steuern schon bald Richtung Abfüllung. Gerade die Silvaner waren eine Bank im letzten Herbst, wohingegen gerade bei den Frühsorten Müller-Thurgau und Bacchus schon zu zittern war.

Wenn es nicht gerade einen Wolkenbruch gibt werden die Reben in Form geschnitten, langsam aber sicher geht der sanfte Rebschnitt in Fleisch und Blut über. Gott sei Dank sind – zumindest gefühlt – weniger Stöcke als im Vorjahr von Esca betroffen, eine böse Krankheit bei der holzzersetzende Pilze im Extremfall den ganzen Stock in feinsten Zunder verwandeln.

Wir wünschen allen Mitlesenden noch ein gutes neues Jahr 2018 und freuen uns mit Ihnen auf einen spannenden neuen Jahrgang.

So war die Weinlese 2017

Wie ist die Lese in diesem Jahr durchgerauscht. Mit 25 Handlese-Tagen war es die mit Abstand intensivste Lese die wir je erlebt haben. Da waren natürlich nochmal drei neue Weinberge dazu gekommen. Vor allem aber war es die gerade bei den Frühsorten dramatische Fäulnis, die enorm viel Zeit gekostet hat. Doppelt so viele Stunden wie im vergangenen Jahr wurden an 25 Handlesetagen Fäulnisnester herausgeschnitten, Trauben sorgsam berochen und betastet, viel landete auf dem Boden. Entsprechend niedrig waren die Erträge bei Müller-Thurgau, Bacchus, Regent und Schwarzriesling.

Nichtsdestotrotz: mit den Silvaner-Weinbergen kam dann doch noch ein schöner Lese-Abschnitt. Wo nötig war dann auch Zeit zum Vorlesen sodass für die besten Weine auch die besten Trauben in den Eimern landeten.

Die Gärungen sind schon fast alle durchgerauscht und langsam schälen sich die Aromen aus dem Biologischen Säureabbau heraus. Eine spannende Zeit. Noch vier Wochen, dann wird das Probieren richtig interessant.

Sommer, Sonne, Wolkenbruch

Eigentlich, ja eigentlich war das bisher kein schlechtes Jahr für die Reben. Wenn es gerade zu trocken werden drohte kam doch noch Regen, aber nicht so viel und andauernd als dass es der Verbreitung der Peronospora um die Rebblüte dienlich gewesen wäre. Die ist jetzt freilich kräftig im Kommen, haben wir doch in den letzten Wochen einen kontinuierlichen Nachschub an Wasser von oben bekommen – die Trauben sind jedoch in Sicherheit, es geht nur noch ans Laub.

Alle Prognosen deuten auf eine außerordentlich frühe Lese hin, der optimalen Wasserversorgung im Wechsel mit strahlendem Sonnenschein sei Dank. Groß und schwer werden die Trauben wohl, was die Frost-bedingten Ausfälle ein Stück weit kompensieren dürfte. Hier ist so ein Totalausfall:

Zwei Stöcke weiter sieht es dann schon wieder ganz anders aus:

Schwere, dicke Beeren erhöhen jedoch die Gefahr des Aufplatzens. Dazu zeigt sich die zweite Generation des dieses Jahr ungewöhnlich aktiven Traubenwicklers mit dem Sauerwurm doch recht deutlich. Es sind ja nur einzelne Beeren, aber die haben alle eine Beschädigung und wenn es nicht einen trockenen August gibt wird an ebenjenen Beeren die Fäulnis ausbrechen. Hier ist so ein deutlich ramponierter Stock:

Aber zum Glück sehen lange nicht alle so aus. Bei den Rotwein-Weinbergen werden zudem jetzt noch die Blätter in der Traubenzone abgezupft, das sorgt für bessere Durchlüftung und trägt hoffentlich auch seinen Teil dazu bei dass noch möglichst viele Beschädigungen eintrocknen.

Also dann abwarten und Wein trinken, die Weinlese steht vor der Türe.

 

Mit Hammer und Ramme

In unseren oft 30 Jahre alten Anlagen geht jedes Jahr so einiges kaputt. Holzpfähle brechen, Drähte reißen. Und so gibt es jedes Jahr nach dem Rebschnitt eine Reparaturaktion. Der erste Teil ist noch gemütlich. Da gehen wir durch alle Weinberge, zählen die kaputten Pfähle (und ggf. nachzupflanzende Reben), spannen Drähte und flicken was in den Zeilen zu flicken ist. Und dann wartet der erste Muskelkater des Jahres – die neuen Stickel wollen mit der Pfahlramme aka Schlagkatze in den Boden gerammt werden. Die meisten Pfähle hat dieses Jahr definitiv Nick in die Erde getrieben.

Steht so ein Stickel am Zeilenanfang oder -ende muss er zudem mit einem besonders starken Draht an einem tief im Boden steckenden Anker fixiert werden. Er würde sich sonst durch die Spannung des Drahtrahmens verziehen. Nun ist der Anker manchmal nicht mehr auffindbar. Sei es weil die Erosion ihn im Lauf der Jahrzehnte überspült hat oder weil er schlichtweg durchgerostet und abgebrochen ist. Da muss dann erst mal gegraben werden, manchmal findet man ihn noch manchmal nicht. Dann kommt der Vorschlaghammer zum Einsatz und ein neuer Anker wird versenkt.

Die Hecken und Bäume zeigen seit ein paar Tagen das erste Grün, im Weinberg summen endlich wieder Bienen und Hummeln, Ehrenpreis und Vogelmiere blühen – wir sind vorbereitet und der Frühling kann kommen!

Guano-Ernte

Die Tage werden langsam wärmer und lange wird es nicht mehr dauern bis sich die Fledermäuse wieder in die Sommer-Quartiere aufmachen. Zeit die Hinterlassenschaften des letzten Jahres einzusammeln um wieder genug Dünger für die anstehende Vegetationsperiode zu haben. Die Hauptmenge haben wir am vergangenen Samstag aus dem Kirchlein von Nassach geholt.

Gerade auf den Balken des Dachstuhls türmte sich das Guano und wollte herunter geschubst werden, bevor es mit Schaufel und Besen eingetütet wurde.

Gewogen haben wir es noch nicht aber es kam doch gut was zusammen.

Und wäre nicht noch ein Sack gerissen, wir wären richtig flott fertig gewesen. Danke an Nick Hanel fürs Helfen und an Christian Söder fürs Helfen, Organisieren und die hier zu sehenden Fotos!

Schnipp schnapp

Sobald die Blätter gefallen waren haben wir unsere Rebscheren geschliffen und mit dem Rebschnitt begonnen. Es kommt doch immer wieder etwas dazwischen – ob Büro, Keller oder Regen – und die 5,5 Hektar die wir dieses Jahr bewirtschaften wollen gemacht sein.

Was wir letztes Jahr begonnen hatten, den sanften Rebschnitt, wird nun auf alle Flächen ausgeweitet. Da kostet es hier und da schon etwas mehr Zeit gute Zapfen zu finden, denn gerade bei den alten, verschwurbelten Knochen sind die Saftstränge oft unübersichtlich verknotet. Zudem werden insbesondere in den schwächeren Ecken brav Augen gezählt und geblendet um die Stockbelastung gut auszutarieren. Es zieht sich also, aber ein gutes Drittel haben wir bis Weihnachten doch geschafft.

Und a propos Weihnachten. Danke an alle die hier mitlesen, uns besuchen, Wein probieren, kaufen, mit uns arbeiten und auf irgendeine Weise begleiten. Eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute fürs neue Jahr.

Das war die Weinlese 2016

Die Weinlese ist geschafft. Die meisten Weine sind mittlerweile durchgegoren, nur hier und da blubbert es noch ein wenig. Und ja, wir sind zufrieden.

img_4787

Aber was für eine heterogene Lese es war. Die erste Woche wartete noch mit Temperaturen bis zu 35°C auf – da machte das Tragen der sieben Eimer fassenden Butte richtig Spaß 🙂

Das ein oder andere Kilo Trockeneis half uns die Trauben so weit zu kühlen, dass der Saft während der Vorklärung ruhig blieb und nicht angärte.  Am Ende der ersten Lesewoche drohte der Regen und wir konnten beobachten, wie insbesondere bei den Müller-Thurgau-Weinbergen die Säurewerte einzubrechen begannen. Am letzten Samstag haben wir bis zur Dämmerung geackert und tatsächlich noch alles geschafft – fast ein Drittel der etwa 15 Handlese-Tage. Die Müller-Thurgau-Ergebnisse waren – quantitativ – äußerst bescheiden. Die Peronospora hatte doch ganze Arbeit geleistet.

img_1139

Und so konnten wir während ein paar Regentagen in aller Ruhe unsere beiden alten Korbpressen klicken lassen.

img_1162

Jetzt war es frischer geworden. In manchen Weinbergen hatten sich die Beeren mit Wasser vollgesogen – ein Verdünnungseffekt. Nun hieß es pokern. Einerseits sollte sich der Saft wieder aufkonzentrieren, andererseits genug Säure übrig bleiben. Fäulnis war dieses Jahr kein großes Problem. Eher noch Sonnenbrand:

img_1214

Aber das lässt sich in einem eigenen Durchgang gut selektieren. Und während bei manchem Kollegen noch der Müller-Thurgau am Stock hing arbeiteten wir uns durch die Silvaner-Weinberge. Das sah schon ziemlich gut aus. Und schmeckte auch so.

img_1262

Ein Überraschungslamm gab es auch noch während der Lese – damit hatte niemand gerechnet. Ungewöhnlich für Ouessants, so ein Herbst-Lamm.

img_1243

Die Abstiche der klassischen Frankenweine sind geschafft, die Spontis dürfen auch noch einen spontanen biologischen Säureabbau machen, das geht gut voran, dauert aber noch ein Weilchen. Bis dahin wird viel probiert und überwacht, noch sind nicht alle Schäfchen im Trockenen.

Schafe im Weinberg

Die Arbeit mit Tieren ist im Weinbau weitgehend ausgestorben. Während früher das Pferd den Pflug zog und Gänse, Enten, Schafe, ja sogar Kühe und Schweine hier und dann in den Weinberg getrieben wurden übernimmt der Traktor heute sämtliche Aufgaben. Von der Bodenbearbeitung bis zur Entblätterung. Der hat natürlich auch seine Nachteile. Bodenverdichtungen durch häufiges Befahren, Schäden an den Stöcken durch Zwischenstockgeräte, massive Eingriffe in die Biodiversität durch den Mulcher. In komplizierteren Weinbergen mit Böschungen oder den Steillagen müssen nicht zuletzt nach wie vor Hacke & Motorsense eingesetzt werden – eine schweißtreibende Arbeit.

IMG_1010

Gerade mit Schafen haben einige Winzer sich deshalb in letzter Zeit wieder begonnen zu beschäftigen. Je nach Rasse und Kopfhöhe sind verschiedene Einsatzzwecke denkbar: Entlauben oder Begrünung kurz halten. Für unsere aufwendigsten Weinberge am Kitzinger Eselsberg haben wir uns nun eine kleine Herde der Rasse Ouessant zugelegt. Zusammen mit dem LBV wollen wir herausfinden, wie sich so eine Weinbergsbeweidung in den hiesigen Lagen umsetzen lässt. Wann müssen die Tiere raus aus dem Weinberg (Pflanzenschutz, Austrieb?), welche Einsaat und wie oft, wie ist der Elektrozaun am geschicktesten aufzubauen … viele Fragen die beantwortet werden wollen. Der LBV unterstützt uns dabei durch die Finanzierung der Umzäunung und eine Ausgleichsfläche auf die sich die Tiere zurückziehen können, sollten sie mal nicht im Weinberg sein können. Herzlichen Dank!

IMG_1022

Seit Mitte August grasen wie Zwerge nun in unserer Domina am Kitzinger Eselsberg. Ackerwinden und die jungen Blätter herabhängender Geiztriebe haben sich bisher als besonders beliebt erwiesen. Es ist ein großes Vergnügen, die Tiere bei der Arbeit zu beobachten. Die neu zusammengesetzte Herde muss eine neue Rangordnung auskämpfen, allerlei ungewohnte Pflanzen probieren und die Wirkung des Litzen-Zauns kennen lernen. Letzteres macht weniger Vergnügen, war aber bisher nur einmal zu beobachten. Bei so viel Platz ist der Zaun auch gar nicht so interessant.

IMG_1079

Sollten Sie auf dem Feldweg oberhalb des Weinbergs vorbei spazieren können Sie vielleicht einen Blick auf die kleinen Racker erhaschen. Ein Stück trockenes Brot nehmen sie gerne – aber bitte nicht gleich eine ganze Tüte! In diesem Sinne: ein herzliches Willkommen an unsere neuen Mitarbeiter!

Die letzten Füllungen & Endspurt im Weinberg

Nachdem wir länger als geplant auf unsere neue Abfüllanlage hatten warten müssen ziehen sich die letzten Füllungen bis zum Urlaub hin – die Saison ausklingen lassen ist anders! Gerade die Füllwoche mit den besten Tropfen war nochmal intensiv. Viele kleine Holzfässer bedeutet: viel putzen. Für die kleinen Mengen holen wir aus dem Keller kleinere Tanks in die Füllhalle die bei den umgeschwefelten Weinen mit Stickstoff vorgespannt werden – zu viel Luft muss auch nicht sein. Trotzdem war noch genug Zeit zwei Ladungen Magnums abzufüllen, mit dem alten Schwapphahn geht das aber ganz flott.

IMG_0809

Zum Glück ist es im Weinberg jetzt etwas ruhiger. Der Rotwein wird noch entblättert und die Stockausschläge der triebfreudigen Silvaner- und Schwarzriesling-Weinberge mag ich so auch nicht bis zum Rebschnitt wachsen lassen. Und: es ist jetzt heiß und trocken. Das bremst insbesondere die Ausbreitung der Peronospora – im Müller-Thurgau hatte sie doch eine wilde Party gefeiert und die zu erwartende Erntemenge etwas dezimiert. Hoffen wir dass es dabei bleibt.

Hausmesse 2016

Schon seit einigen Jahren beschäftigen wir uns mit der Frage, wie weit wir uns bei der Weinbereitung zurücknehmen können. Reinzuchthefen, Schönungen, Filtration, Schwefel – geht es nicht auch ohne? Wir laden Sie herzlich ein, sich philosophisch und sensorisch bei unserer Hausmesse am 17. Juli 2016 an eine Antwort heranzutasten.

Bei zwei verschiedenen im Wechsel stattfindenden Weinproben bieten wir Ihnen die Möglichkeit, eine Reihe neuer Weinstile kennen zu lernen, an denen wir seit einer Weile arbeiten. Zu verkosten gibt es den spontanvergorenen, teils ungeschwefelten Rebsaft unserer beiden Produktlinien „Vater & Sohn“ bzw. „2Naturkinder“ im direkten Vergleich zu den Klassikern unseres etablierten Sortiments.

VS_Portfolio

Gegen einen Unkostenbeitrag von 8,- Euro können Sie sich bei einer dieser Vergleichsweinproben selbst eine Meinung bilden. Die Weinproben finden um 12.00 Uhr, 14.00 Uhr, 16.00 Uhr und 18.00 Uhr statt.

IMG_0058

Daneben bieten wir Ihnen um 13.00 Uhr, 15.00 Uhr und 17.00 Uhr Uhr Führungen durch die 125 Jahre alten Gewölbe unserer Keller, sowie um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr geführte Spaziergänge zu einigen unserer ökologisch bewirtschafteten Weinberge an.

IMG_0578

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!