Pressenachlese zum Bioweinpreis

Glückwunschschreiben der Kitzinger Landrätin Tamara Bischof
Glückwunschschreiben der Kitzinger Landrätin Tamara Bischof
Glückwunschschreiben der Kitzinger Landrätin Tamara Bischof

Am 10. August gab es zur Ehrung der fränkischen Winzer, die beim Internationalen Bioweinpreis mit Medaillen und Empfehlungen ausgezeichnet worden waren (an dieser Stelle hatten wir darüber berichtet), einen Termin am Würzburger Markt, der doch auch online ein erfreuliches Medienecho hervorgerufen hat:

Unsere mit Großem Gold ausgezeichnete Kerner Auslese vom Kitzinger Eselsberg und den mit Silber ausgezeichneten Silvaner Spätlese – ebenfalls vom Kitzinger Eselsberg – finden Sie in unserem Shop.

Der Kitzinger Eselsberg

Der Name dieser kleinen und exklusiven Lage wird bereits in der Kitzinger Bernbeck-Chronik von 1549 erwähnt. Damals wurde an und auf der malerischen Anhöhe am Rande der Altstadt in weit größerem Umfang als heute Weinbau betrieben.

Werbebild zum Kitzinger Eselsberg

Immerhin 4,5 Hektar werden heute noch bewirtschaftet – die Erzeugnisse gibt es ausschließlich im Hause Völker. Die geschützte Südwest-Lage an steilen Hängen mit bis zu 45% Steigung und der Boden aus Lehm, Lettenkeuper und Muschelkalk garantieren nahezu optimale Wachstumsbedingungen. Neben Rotwein und einigen neueren Sorten wird hier vor allem Silvaner angepflanzt.

Der Esel als Zugpferd

Über die Herkunft des Lagenamens gibt es verschiedene Überlieferungen: Einmal soll der Bergrücken an den buckeligen Rücken eines Esels erinnern. Zudem könnte der Namen von den Haustieren herrühren, welche im Mittelalter im Belagerungsfall aus der Stadt auf den nächsten Hügel getrieben wurden, um sie vor Feuer und Kriegseinwirkungen zu schützen. Und die nächstgelegene Weide war am “Eselsberg”.

Alle Weine vom Kitzinger Eselsberg sind aus ökologischem Anbau

Die dort entstandenen Weine bilden seit nun fast 200 Jahren ein Zugpferd unseres Sortiments. Eine Katasterurkunde vom Jahr 1811 belegt die alte Verbindung der Familie und Firma zu dieser Weinlage: In jenem Jahr übergab Georg Völker einen Weinberg, den er im 18. Jahrhundert erworben hatte, an seinen Sohn Andreas. Noch heute wird dieses Flurstück von unserem Unternehmen bewirtschaftet. In den 50er Jahren noch fantasievoll und bunt angepriesen, wie die Abbildung des damals hausinternen Grafikers zeigt, bringt der Eselsberg heute mit der regelmäßig schnell ausverkauften Domina, dem stets hervorragenden Silvaner und dem 2005 gepflanzten Grauburgunder (Bilder von der Anpflanzung bei flickr) mit die besten Weine unseres Sortiments hervor – und das alles aus ökologischem Anbau.

Und hier liegen die drei Weinberge am Eselsberg:

Die frühen Jahre

Reges Treiben in der Völkersgasse

Als der gelernte Büttnermeister Bernhard Völker im Jahre 1843 die Weinhandlung im Bereich Strohmarkt/ Völkersgasse in Kitzingen gründete, konnte die Familie bereits auf mehrere Generationen Erfahrung im Weinbau zurückblicken.

Chronik im Gästebuch zum "ersten Völker"
Chronik im Gästebuch zum "ersten Völker"

So hatte der “erste Völker” unseres Geschlechtes in Kitzingen, Johann Michael Völker, ein Schuhmachermeister, Ende des 17. Jahrhunderts in die Büttnersfamilie Freyboth eingeheiratet, deren Weinbergsbesitz bereits 1665/68 urkundlich erwähnt wird. Jener »erste Völker« kam aus dem Spessart; das Familienwappen deutet auf den früheren Rodungsauftrag der Familie hin.

Vom Büttner zum Winzer

Bald wurde Johann Michael Völker mit dem Weinbau vertraut. Außer der Schuhmacherei betrieb er eine Branntweinbrennerei und besaß einen Weinberg am Gessert. Im 18. Jahrhundert blieben die nächsten Völkergenerationen dem Weinbau immer eng verbunden: Heinrich Völker hatte als Bäckermeister und Gastwirt mehrere Weinberge.

Reges Treiben in der Völkersgasse
Reges Treiben in der Völkersgasse

Sein Sohn Georg Bernhard Völker lebte in der Völkersgasse als Essigsieder und Büttnermeister, war Geschworener der Büttnerzunft und konnte beachtlichen Weinbergs- und Grundbesitz nachweisen. Einer unserer heutigen Weinberge am Kitzinger Eselsberg stammt aus dieser Zeit. Beschriftete Steinplatten, Zeitdokumente sind noch erhalten.

Auch Andreas Völker, Vater des Firmengründers, betrieb Weinbau und Landwirtschaft, war Büttnermeister und Essigsieder und Mitglied in der Prüfungskommision der Büttnerzunft. Sein Gesuch um die Meisterrechtsverleihung aus dem Jahr 1796 zeigt einen Blick in die Stadt- und Zeitgeschichte.

Der Firmengründer Bernhard Völker stellte die 5. Völkergeneration in Kitzingen dar und seine Erfahrungen im Büttnerhandwerk, im Weinbau und Weinausbau ließen die Entscheidung reifen, im Jahr 1843 eine Weinhandlung zu gründen. Auch das wirtschaftspolitische Umfeld begünstigte seine Entscheidung, da 1833 die Zollschranken in Deutschland gefallen waren und sich neue Absatzmärkte eröffneten.

Bis heute zu kaufen: Essigspezialitäten aus alter Rezeptur
Bis heute zu kaufen: Essigspezialitäten aus alter Rezeptur

Ein wichtiges Standbein der Gründergeneration war auch die Essigsiederei, später die Essigfabrikation, für welche eine größere Kundschaft im Nahbereich vorhanden war. Die nebenbei betriebene Landwirtschaft stellte die Pferdefuhrwerke, um die Ware auszuliefern.

Somit auf mehreren Beinen stehend, blühte der Betrieb auf und man mußte bald mit Platzproblemen im Anwesen Strohmarkt/Völkersgasse kämpfen.

Vor und nach den Kriegen

Paul und Willi Völker in der Güterhallstraße um 1934
Paul und Willi Völker in der Güterhallstraße um 1934
Paul und Willi Völker in der Güterhallstraße um 1934

Für die nächste Generation, den Sohn Karl Völker, Weinhändler und Essigfabrikant, ergab sich nun die Konsequenz, den Betrieb zu verlagern. Mit dem ehemals “Sanderschen Garten” fand sich in der heutigen Güterhallstraße ein weitläufiges Gelände, das auch heute noch Sitz unseres Betriebes ist

In den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden die Gebäude mit den entsprechenden Kelleranlagen. Es kamen Weinberge dazu und der Kundenkreis wurde ausgeweitet. Zu erwähnen ist auch, daß in diesem Zeitabschnitt die Anzahl der Weinhändler in Kitzingen stark zunahm und annähernd 100 erreichte. Sicher trug hierzu die Eisenbahn bei, denn der Bau zahlreicher neuer Strecken erleichterte Handel und Wandel wesentlich.

Eine Tochter und sechs Söhne gingen aus der Ehe von Karl Völker mit Margarete Eichhorn hervor, von denen zwei Söhne den Betrieb übernehmen sollten. Doch der 1.Weltkrieg warf viele Pläne durcheinander. Von den fünf Kriegsteilnehmern kehrten zwei nicht zurück und so übernahmen die Söhne Paul Völker, Weinkaufmann, und Willi Völker, Dipl. Ingenieur, als nächste Generation den Betrieb vom Vater.

Nach dem Krieg und vor dem Krieg

Ausgedient: das letzte Pferdefuhrwerk
Ausgedient: das letzte Pferdefuhrwerk

Nachdem Krieg und Inflation überstanden waren, ging es weiter bergauf mit der Firma. Neben dem Weinbau wurde der Weinhandel immer interessanter und umfasste außer Franken- und Pfalzweinen auch Auslandsweine; die eigene Brennerei sorgte für Hochprozentiges im Sortiment. Zusätzlich befaßte man sich mit Saftproduktion, Neuland, das erhebliche Investitionen erforderte.
Die Pferdefuhrwerke hatten ausgedient; mit eigenem Lastwagen, sowie durch Spedition und Bahn wurden die Waren ausgeliefert. Die Kundschaft reichte weit bis nach Mittel- und Ostdeutschland und wurde von den Inhabern in Zusammenarbeit mit tüchtigen Vertretern besucht und bedient.

Das zerbombte Anwesen mit offenen Kellern
Das zerbombte Anwesen mit offenen Kellern

Einen tiefen Eingriff in das Leben der Familie und der Firma brachte der 2. Weltkrieg. Beim Bombenangriff auf Kitzingen am 23. 2. 1945 wurde der Betrieb von 18 Bomben getroffen und fast ausradiert. Die beiden Inhaber, sowie zwei weitere Familienangehörige und zwölf Mitarbeiter kamen ums Leben.

Irma Völker, die Witwe von Willi Völker, sowie Bernd Völker, Weinkaufmann und Sohn von Paul Völker, bauten ab 1945/46 in einer unsicheren Zeit unter großen Opfern den Betrieb auf und mit den weiteren Firmenpartnern Margret und Lothar Meyer konnte die Firma in den 50er Jahren wieder Fuß fassen.

Von Null auf Hundert

Damit war die nächste Generation am Werk. Neben der Wiedererstellung der Gebäude, der Beschaffung neuer Einrichtungen, Maschinen, Lastwagen usw. galt es vor allem, den Kundenkreis in Süd- und Westdeutschland auszubauen, denn durch die deutsche Teilung waren die Kunden in den Ostgebieten verlorengegangen.

Präsentationskoffer aus den 50er Jahren
Präsentationskoffer aus den 50er Jahren

Den Frankenwein bekannt zu machen, war ein besonderes Anliegen der Firma. Daneben waren auch Weine aus anderen Anbaugebieten, Sekt und Likör im Angebot. Die Likörproduktion war in den 50er Jahren ein echter Wachstumsmarkt und eine neue, erfolgreiche Verkaufsschiene der Firma. Nicht zu vergessen sei auch die Essigfabrikation, die unmittelbar nach dem Krieg wieder aufgenommen werden konnte und die ihre treuen Abnehmer hatte.

Mit viel persönlichem Einsatz und unter Mitarbeit eines bewährten Teams, sowohl im Innen- wie auch im Außendienst, gelang es der Nachkriegsgeneration, der Firma Völker einen guten Platz unter den fränkischen Weinkellereien und Weinhandlungen zu schaffen.

Glasmalerei im Weingut

Viele Fenster unseres alten Weingutes enthalten wunderschöne Glasmalereien wie diese, hier ein paar Exemplare aus den Räumen des Chef-Büros und unserer kleinen Vinothek.

Weinausbau im Hause Völker

Entrappung einer Partie Domina
Entrappung einer Partie Domina

Vor dem Ausbau muss zunächst der Saft aus der Traube. Das geschieht in mehreren Schritten. Beim sogenannten Einmaischen werden die Trauben in einer Mühle zerdrückt, so dass ein dickflüssiges Gemisch aus Fruchtfleisch, Traubenkernen, Schalen und Saft entsteht. Da jedoch in den Traubenstilen Gerbstoffe enthalten sind, die beim Abpressen in den Most übergehen können, sollten die Trauben vor dem Pressen außerdem entrappt, also die Beeren vom Stil getrennt werden. Da das bei uns die Standardprozdur ist, erübrigt sich das Einmaischen. Denn beim Entrappen wird auch gleichzeitig eingemaischt. Innerhalb von wenigen Stunden muss die Maische weiterverarbeitet werden – und schon hier fallen die ersten Entscheidungen über Nuancen des angehenden Weines.

Pneumatische Tankpresse
Pneumatische Tankpresse

Im Gegensatz zum Weißwein spielt die Maische für die Rotweinherstellung eine weit bedeutendere Rolle. Um die Farbstoffe aus der Schale zu lösen, muss die Maische einige Stunden erwärmt werden. Erst nach dieser Standzeit, die behutsam überwacht sein will, erfolgt das Keltern.
Per Hand gepresst wird natürlich schon lange nicht mehr. Nachdem beim Einmaischen aus 115kg Trauben 100kg Maische geworden sind, verbleiben nach dem Pressen mit Druckluft 65 bis 85 Liter Most. Die verbleibenden Pflanzenreste – der sogenannte Trester – können zu Tresterschnaps, besser bekannt als Grappa, verarbeitet, oder als Dünger der Natür zurückgegeben werden.

Eine uralte Methode: das Schwefeln

Moderne Edelstahltanks

Der so gewonnene Most wird zunächst in Edelstahltanks eingelagert. Der erste Arbeitsschritt ist das behutsame Schwefeln. Dadurch werden Bakterien am Wachstum gehindert, die den Geschmack des Rebensaftes negativ beeinflussen und die Lagerfähigkeit schmälern können.”Wilde” Hefen, Milchsäure- und Essigbakterien sind unerwünschte Gäste. Die Schwefelung verhindert jedoch auch die Oxidation, die etwa zu einer enzymatischen Bräunung führen kann.
Diese Behandlungsmethode ist fast so alt wie die Weinherstellung selbst und wird von uns besonders schonend vorgenommen. Wir verwenden gerade mal ein Viertel der gesetzlich möglichen Menge.

Gärung heißt nicht nur Alkohol

Unverzichtbar: der Gärtrichter

Anschließend findet die Gärung statt. Dazu werden die Öffnungen der Tanks mit Gärtrichtern versehen, damit die entstehenden Gase entweichen können. Die Hauptgärung dauert sechs bis acht Tage. Da sich der Traubensaft dabei stark erwärmt, ist ein kühler Keller von großem Vorteil – eine Klimaanlage ist in unseren altehrwürdigen Gemäuern nicht nötig. Die Temperatur hat großen Einfluss auf die Gerb- und Aromastoffe – die Träger der Geschmacksstoffe – die bei höheren Temperaturen mit anderen Stoffen mehr regieren.
Außer dem Alkohol entstehen noch etwa 400 Verbindungen, die Einfluss auf Geruch und Geschmack des Weines haben. Solange sich der Most im Gärprozess befindet, wird er “Federweißer” oder “Bremser” genannt.

Schönung durch Lagerung

Regelmäßige Kontrolle des Reifeprozesses im Eichenholzfass
Regelmäßige Kontrolle des Reifeprozesses im Eichenholzfass

Nun wird der Wein zunächst gelagert. Wobei auch ein lagernder Wein arbeitet: Etwa bei der Lagerung im Holzfass. Durch die Reaktion mit dem Tanin des Eichenholzes reifen gerade säurehaltige Weinen, wie Riesling, Silvaner, Kerner, Scheurebe und Rotweine besonders gut. Bereits einige Monate Lagerzeit genügen, um den Charakter des Weines zu prägen. Hierfür stehen in unserem Keller vierzig Eichenholzfässer mit bis zu 8000 Liter Fassungsvermögen parat. Das Einlagern ist die Behandlungsmethode. Ganz im Gegensatz zu vielen Großbetrieben, die schlichtweg Holzspäne in den Wein kippen.
Ebenfalls beim Lagern setzen sich die Salze der Weinsäure, der Weinstein, an Boden und Wänden des Gebindes ab. Dieser Vorgang kann auch noch erfolgen, wenn der Wein schon in der Flasche ist. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim Einschenken auf deren Grund ein paar Kristalle finden – sie sind ganz und gar kein Zeichen minderer Qualität.

Naturnahe Extras

Bei Rotweinen wird im Anschluss an die Gärung wenn nötig ein biologischer Säureabbau, die malolaktische Gärung, eingeleitet. Dabei bauen Milchsäurebakterien die Äpfelsäure im Wein zur milderen Milchsäure um. Durch die Zugabe von Tonerde können Trubstoffe gebunden werden, die sich dann nach und nach am Boden absetzen. Ebenfalls möglich ist die Zugabe von Süßreserve. Das ist – wie der Name schon sagt – eine Reserve an süßem Most, der nicht durchgegoren ist und mit seinem alkoholhaltigen Bruder zum Süßen vermischt werden kann.
Sicher – die Biochemie bietet unzählige weitere Möglichkeiten um Fehler auszumerzen oder den Geschmack zu manipulieren. Bei unseren Weinen können Sie jedoch sicher sein, Kunsthandwerk, statt Industrieprodukt zu erhalten.

Weinanbau im Hause Völker

Lesereif: wenn sich die Blätter verfärben, wird es höchste Zeit
Austrieb unseres Grauburgunders im Mai 2009
Austrieb unseres Grauburgunders im Mai 2009

Wer mit traditionellen Methoden arbeitet, für den spielt der Anbau die zentrale Rolle. Wind und Wetter, die Lage des Weinbergs zur Sonne, die Bodenverhältnisse und zuletzt die Pflege des Weinstocks bilden die Basis eines guten Weins.

Um vorab eine wichtige Frage zu klären: Bei der Wahl von Dünger und Spritzmittel achten wir streng darauf, nur naturnahe Stoffe zu verwenden. Zum Spritzen verwenden wir daher z.B. Backpulver, gedüngt wird mit Hornspänen und Rhizinusschrot. Auch gegen Insektenbefall gehen wir nur biologisch vor. Der dabei eingesetzte bacillus thuringiensis ist ein Bodenbakterium, das die Befruchtung der Weibchen durch die Männchen verhindert.

Weniger ist mehr

Die Pflege der Weinberge erstreckt sich über das ganze Jahr. Je nach Wetter variieren jedoch Art und Zeitpunkt der durchzuführenden Arbeiten. So wird etwa der Rebschnitt vor Beginn der Vegetationsperiode durchgeführt. Das Schneiden dient der Regulierung des Menge-Güte-Verhältnisses und der Erhaltung und Verjüngung des Weinstocks. Dabei wird ein kompakter Wuchs des Stammes angestrebt und alle sprießenden Reben bis auf eine oder zwei Knospen fachgerecht abgeschnitten.

Während des Wachstums der ausgewählten Triebe wird auf einen gleichmäßigen Wuchs geachtet. Eine gute Durchlüftung verhindert die Ausbreitung von Pilzerkrankungen. Dazu werden die Triebe angebunden – das dient auch dem Wachstum -, übermäßig in die Länge oder Breite wachsende Triebe werden zurückgeschnitten.In der späteren Vegetationsphase wird zu diesem Zwecke gegebenenfalls noch entlaubt.

Auf den Zucker kommt es an

Lesereif: wenn sich die Blätter verfärben, wird es höchste Zeit
Lesereif: wenn sich die Blätter verfärben, wird es höchste Zeit

Die Lese der Trauben ist in den letzten Jahren immer früher möglich geworden und konzentriert sich meist auf September und Oktober eines jeden Jahres. Die Trauben enthalten dann ausreichend Zucker und nur noch wenig Äpfelsäure, die im Reifungsprozess abgebaut wird. An den Steillagen erfolgt die Lese nach wie vor traditionell per Hand, für Auslesen und Beerenauslesen ist diese Ernteart ohnehin unumgänglich. Flachere Lagen werden heute weitgehend maschinell abgeerntet.

Für besonders edelsüße Weine werden die Trauben trotz Reife noch am Stock belassen. Bei feuchtem Wetter werden sie vom Botrytis-Schimmelpilz befallen, der zur Edelfäule führt. Durch die Abnahme des Flüssigkeitsgehalts steigt der Zuckeranteil. Es gehört jedoch einige Erfahrung dazu, die richtige Art des Schimmels zu erkennen – bei zu feuchter Witterung können die Trauben verderben. Der Zuckergehalt liegt bei der Lese zwischen 12 und 30 Prozent und setzt sich aus Fructose und Glukose zusammen.

Vertragswinzer in der Region

Unsere Weinkellerei arbeitet mit etwa 20 Vertragswinzern zusammen, deren Flächen von insgesamt 13 hektar dauerhaft unter Vertrag sind. Durch unsere beratende Funktion haben wir Einfluss auf Anbau und Qualität und können zudem stets die gleichen Lagen im Sortiment führen. Nicht zuletzt ist dem Winzer die Abnahme gesichert. Damit bietet sich die spannende Möglichkeit, einen bestimmten Wein von einem bestimmten Weinberg über Jahrzehnte zu beobachten.

An drei Kelterstationen in Kitzingen, Bullenheim und Donnersdorf werden die Trauben der Vertragswinzer angeliefert und verarbeitet. Zur Firmengruppe selbst gehören 4,1 hektar Weinberge:

  • Kitzinger Eselsberg (Silvaner, Kerner, Grauburgunder, Domina, Dornfelder)
  • Kitzinger Eherieder Berg (Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus)
  • Sulzfelder Cyriakusberg (Regent)
  • Rödelseer Küchenmeister (Silvaner)

Sehen Sie unsere Weinberge bei Google Maps:

http://maps.google.com/maps/ms?oe=UTF-8&ie=UTF8&hl=de&msa=0&msid=106005136171750479824.000471f83b9d16b88dae7&ll=49.747556,10.062103&spn=0.423268,1.234589&z=10