Wasser marsch

Es will einfach nicht regnen. Zwar blitzt und donnert es ab und an, aber die damit einhergehenden Schauer sind nicht der Rede wert. Und langsam tut es schon weh. Auch wenn viele Weinberge noch immer erstaunlich gut dastehen. Aber gerade schwächere Reben oder schwierigere Böden kommen mit dem fehlenden Regen schlecht zurecht. Notreife wird langsam aber sicher bei überlasteten Anlagen zur Gefahr. Zudem können überlastete Stöcke signifikant Schaden nehmen, auch was den Austrieb im kommenden Jahr angeht. Immerhin reifen derzeit die Augen heran, aus denen wieder neue Triebe und Trauben wachsen sollen.

Deshalb weitere Notmaßnahmen. Schwächere Stöcke werden die nächsten Tage nochmals entlastet. In Sulzfeld haben wir vergangene Woche nochmal gegossen, kurz bevor sich die nächste Hitzewelle breit gemacht hat. Aus Mangel an Zeit auf die harte Tour: mit einem fetten Tankwagen und Wasserkanone von oben in den Weinberg.

Über-Kronen-Beregnung

Gerne haben wir es nicht gemacht. Kostet Geld und ein guter Teil des Wassers kommt nicht beim Stock an. Aber was sein muss muss sein, wir hätten sonst noch mehr Trauben rausschneiden müssen.

Der frühe Vogel gießt die Rebe

Es mag einfach nicht regnen. Erst 150l/qm dieses Jahr, das ist die Hälfte (!) von dem was wir sonst haben. Gerade am Rande der Belastbarkeit behangene Stöcke müssen erneut um einige Trauben erleichtert werden – oder gegossen. Am Eselsberg haben wir jetzt in den durstigsten Ecken Sprinkler aufgestellt, da gibt es eine Wasserleitung. Die Junganlage hat Gott sei Dank eine Tröpfchenbewässerung. Aber unser Silvaner am Iphöfer Kronsberg hat es schwer. Deshalb haben wir gestern gut 10.000l Wasser raus gekarrt und mit Schläuchen jeder Rebe einen guten Schluck zu trinken gegeben. Spaßige Sache, im Steilhang.

Steillage Kronsberg

Das Schöne am Gießen: man hat Zeit, sich jeden Quadratzentimeter genau anzusehen …

Grashüpfer

 

Emsige Hummel

… und zu naschen …

Brombeeren

 

Jetzt wo alles gegossen ist könnte aber nun wirklich ein bisschen Regen kommen!

Trockenheit

Dürstender Silvaner

Irgendetwas hat er ja immer auszusetzen, der Landwirt, Gärtner oder Winzer. Derzeit ist es die Trockenheit, die unangenehm zu werden beginnt. Seit Wochen kein ordentlicher Regen. In der Wettervorhersage ist stets irgendetwas für „in 5 Tagen“ vorhergesagt und umso näher der angebliche Regen rückt, umso unsichtbarer wird er in der Vorhersage … Die Triebspitzen zeigen schon ganz deutlich, dass die dazugehörige Rebe Durst hat.

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Und auch die Begrünung sprießt nicht mehr gerade üppig.

Dürstender Silvaner

Nun heißt es bei den nachgepflanzten Stöcken gießen (schon zum zweiten Mal dieses Jahr), der neue Riesling hat Gott sei Dank eine Bewässerung. Aber wir wollen es nicht beschreien, lieber ein trockener Frühsommer als ein verregneter Spätsommer wie im letzten Jahr!

Austrieb – jetzt aber flott!

In den letzten zwei Wochen haben sich die Reben nun doch kräftig zu regen begonnen. Die Weinberge werden grün, manche schneller, manche langsamer, je nach Sorte.

Ausgetriebener Grauburgunder

Sobald die Knospen ordentlich ausgetrieben sind – wie hier unser Grauburgunder – ist das junge Grün sicher vor gefräßigen Raupen, die es auf die knusprigeren Knospen abgesehen haben. Leider haben wir auch in diesem Jahr wieder in zwei Weinbergen mit den gefräßigen Ackereulen in spe zu kämpfen, hier und da ist zusätzlich noch der Rhombenspanner am Werk.

Fraßschaden

Viel kann man da nicht machen, nur des Nachts mit der Taschenlampe durch den Weinberg wandern und die Tierchen einsammeln. Tagsüber sind sie im Prinzip unsichtbar, nur Nachts kriechen sie in der (vermeintlich!) schützenden Dunkelheit zu den Knospen. Klein-Finger-groß kann man sie dann doch ganz gut finden.

Raupe

Nun hoffen wir dieses Jahr wenigstens von den Maifrösten verschont zu bleiben.

Alles Formsache

Niederziehen Silvaner

In den letzten Wochen haben wir – teils bei Schnee, teils im T-Shirt in der Sonne – unsere Weinberge in Form gebracht. Zuerst der Rebschnitt. Dann jeden Weinberg ablaufen und nach Schäden an der Drahtanlage kucken inklusive der nötigen Reparaturen. Dazwischen die letzten Bodenproben ziehen.

Bodenproben ziehen

Dann wieder eine Runde um schwache und schwankende Stöcke ordentlich anzubinden.

Alter Knochen

Und nun sind wir am Niederziehen.

Niederziehen Regent

Das macht Spaß beim aktuellen Wetter und dank der gelegentlichen Feuchtigkeit sind die Reben biegsam und brechen selten.

Niederziehen Silvaner

Jetzt sitzt alles da wo es hingehört und wir warten gespannt auf den Austrieb.

 

Es wird gefüllt

Füllanlage

Fast jeden Mittwoch und Donnerstag hat unsere gute alte Füllanlage in den letzten Wochen gedampft (Sterilisation) und gezischt (Kapseln), gerattert (Transportband) und gestampft (Korken). Die Weine werden vor der Füllung mit dem Plattenfilter filtriert, wobei Platten aus gepresster Cellulose Trubreste festhalten. Wie immer bei der Weinbereitung heißt das vor allem: es gibt viel zu putzen. Schläuche, Pumpen, Eimer, den Filter – und natürlich Tanks. Alles hat blitzsauber zu sein, bevor die sterilisierten Flaschen auf dem Transportband zum Füller wandern.

Für jede Flaschenform muss umgerüstet werden, Schraubverschluss oder Kork, Kapsel ja oder nein … Vor dem Einpacken schließlich tanzen die fast fertigen Flaschen durch die Etikettiermaschine, die auf jedes Exemplar ein oder zwei Etiketten klebt.

Etikettiermaschine

Und dann füllen sich die Kartons und damit nach und nach auch wieder das Lager mit dem 14er Jahrgang. Ein gutes Gefühl. Insbesondere weil nach dem doch schwierigen Herbst die Weine ganz erfreulich schmecken.

Ein bisschen Winter

Schneespaziergang am Eselsberg

Die Tage vor Weihnachten war ich noch auf dem Eselsberg, um die wuchernde Begrünung zu bestaunen und ein paar Bilder der Winter-ruhenden Rebstöcke zu schießen. Und dann kamen sie doch noch, der Frost und der Schnee. Haben den Weinberg zugedeckt und den Wildwuchs eingedämmt. Lange gehalten hat die weiße Pracht nicht, aber schön war’s schon!

Von Ölrettich und Leguminosen überwucherter Riesling

Weinrebe in Winterruhe

Winterrebe

Schneebedeckte Zeilen

Der Frost macht die Begrünung platt

Schneespaziergang am Eselsberg

Geschenkideen für Weinliebhaber

Jeder hat um diese Jahreszeit das gleiche Problem, nämlich schnell und ohne großen Aufwand einfallsreiche Geschenke zu finden. Oftmals wird dann etwas gekauft, das teuer ist, aber keinen idellen Wert besitzt. Machen Sie Ihrer Familie und Ihren Freunden doch in diesem Jahr einmal eine ganz besondere Freude und verschenken Sie Zeit!

Laden Sie Ihre Mutter zu einem gemütlichen Abend am wärmenden Kamin inklusive einer edlen Flasche Wein und guten Gesprächen ein!

Gemütlicher Abend

Für den Vater, der als ausgesprochener Genussmensch bekannt ist, stinkenden Käse, rustikale Salami und eine gute Fasche Rotwein zusammenpacken und einen schönen Abend mit vielen Anekdoten aus der Kindheit verbringen.

Genießerpaket

Besorgen Sie sich ein Paket mit leckeren Weinen und veranstalten Sie zu Hause eine kleine Weinprobe für Ihre Geschwister und deren Partner! Kleine Snacks und interessante Hintergrundinformationen zu den Weinen garantieren einen lustigen und geselligen Abend.

Weinprobe

Der besten Freundin gefällt vielleicht ein gemeinsamer Einkaufsbummel, der anschließend mit einer Flasche prickelndem Secco gefeiert wird, während Sie Ihre Schätze begutachten und sich über die Schnäppchen freuen.

Secco-Sause

Der beste Freund freut sich bestimmt über eine gemeinsame Radtour durch eine berühmte Weingegend. Die Planung besprechen Sie einfach bei einer Flasche Wein aus der Region.

Weinfranken-Paket

Verwöhnen Sie Ihre Liebste oder Ihren Liebsten doch mit einem gemütlichen Abend zu zweit. Wählen Sie eine interessante  Wein-Dokumentation oder einen unterhaltsamen Film über Wein aus und genießen Sie dazu eine leckere Flasche Wein.

Abend zu zweit

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Schenken und hoffen, dass Sie die Vorweihnachtszeit trotz Geschenkestress genießen können. Vielleicht bei einem Glas Wein.

Das war die Ernte 2014

Butterträger bei der Arbeit

Was war das für eine Lese dieses Jahr. Bis Mitte August sah es geradezu nach einem Jahrhundertjahrgang aus und dann kam der Regen. Und hörte nicht mehr auf. Rebkrankheiten aller Art begannen sich breit zu machen und dann blieben vielerorts auf geradezu magische Weise die Trauben in ihrer Entwicklung stehen. Die Oechsle-Grade stiegen wenn überhaupt nur langsam weiter, die Säure-Werte stagnierten entsprechend. Verrückt wenn man bedenkt, dass kurz vor Lesebeginn in Erwartung zu niedriger Säure-Werte die Säuerung des Weins ausnahmsweise erlaubt worden war.

Regent Trauben am Tag der Lese

Und so ging dann alles ganz schnell. Bevor sich die besonders unerwünschte Essigfäule breit machen konnte wurden in Windeseile alle Weinberge abgeerntet, in nur gut zwei Wochen hatten wir fast unsere komplette Ernte im Keller. Mit der wir unterm Strich dann doch ganz zufrieden sind. Die Qualitäten und Erträge waren (mit einigen Ausreißern nach unten, bedingt durch Erdraupen-Fraß und Frost) solide, damit kann man arbeiten.

Geben wir den jungen Weinen einen Winter im dunklen, kühlen Keller – ein wenig Ruhe tut Mensch und Wein gut.