Weinberge in Flammen

Der Frühling hatte so schön begonnen. Zusammen mit unseren Praktikanten konnte ich teils im T-Shirt fertig biegen und den jungen Riesling hacken. Der Grill brannte das erste Mal, der Austrieb legte grade los …

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Und dann fiel die Temperatur auf einen Schlag unter den Gefrierpunkt. Seit bald einer Woche kämpfen wir – und viele Kollegen aus der Region und ganz Europa – gegen den Frost. Jede Nacht wird das Thermometer unruhig beäugt. Eine gefährliche Zeit für Frost, hatte der Austrieb doch schon begonnen. Nun haben wir ja für die meisten Flächen reichlich Erfahrungswerte. Am Schlimmsten hat es meistens den Fuß des Weinbergs erwischt, auf dem Grauburgunder und seit zwei Jahren auch Riesling wächst. Insbesondere Dank eines darunter gelegenen Raps-Feldes, das einen regelrechten Staudamm für Kaltluft bildet.

Schon vier Mal haben wir nun Eimer mit Paraffin-Wachs am unteren Teil des Hangs verteilt und bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt abgebrannt. Um etwa 3°C hat es die Temperatur in der Zeile gehoben und die Stöcke (bisher) frostfrei gehalten. Ein gespenstisch schöner Anblick.

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Nervig bloß, dass die Töpfe beaufsichtigt werden müssen. Es kann ja wirklich nicht viel passieren aber gut. Keine 90 Minuten hat es am ersten Abend gedauert, bis uns “besorgte Bürger” die Polizei zum nächtlichen Besuch geschickt haben. Eine Nacht gilt es noch auszuharren, dann war’s das hoffentlich. Vorerst zumindest. Die Eisheiligen sind ja noch weit entfernt. Kommende Woche wird sich zeigen, wie groß die Schäden wirklich sind, in diesem frühen Stadium des Austriebs ist das nicht so leicht zu beurteilen.

Und was macht man wenn das Ende der Welt naht? Man pflanzt einen Apfelbaum. In diesem Fall tulipa sylvestris, die Weinbergstulpe. Nimm das, Frost.

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