Das war die Weinlese 2016

Die Weinlese ist geschafft. Die meisten Weine sind mittlerweile durchgegoren, nur hier und da blubbert es noch ein wenig. Und ja, wir sind zufrieden.

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Aber was für eine heterogene Lese es war. Die erste Woche wartete noch mit Temperaturen bis zu 35°C auf – da machte das Tragen der sieben Eimer fassenden Butte richtig Spaß 🙂

Das ein oder andere Kilo Trockeneis half uns die Trauben so weit zu kühlen, dass der Saft während der Vorklärung ruhig blieb und nicht angärte.  Am Ende der ersten Lesewoche drohte der Regen und wir konnten beobachten, wie insbesondere bei den Müller-Thurgau-Weinbergen die Säurewerte einzubrechen begannen. Am letzten Samstag haben wir bis zur Dämmerung geackert und tatsächlich noch alles geschafft – fast ein Drittel der etwa 15 Handlese-Tage. Die Müller-Thurgau-Ergebnisse waren – quantitativ – äußerst bescheiden. Die Peronospora hatte doch ganze Arbeit geleistet.

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Und so konnten wir während ein paar Regentagen in aller Ruhe unsere beiden alten Korbpressen klicken lassen.

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Jetzt war es frischer geworden. In manchen Weinbergen hatten sich die Beeren mit Wasser vollgesogen – ein Verdünnungseffekt. Nun hieß es pokern. Einerseits sollte sich der Saft wieder aufkonzentrieren, andererseits genug Säure übrig bleiben. Fäulnis war dieses Jahr kein großes Problem. Eher noch Sonnenbrand:

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Aber das lässt sich in einem eigenen Durchgang gut selektieren. Und während bei manchem Kollegen noch der Müller-Thurgau am Stock hing arbeiteten wir uns durch die Silvaner-Weinberge. Das sah schon ziemlich gut aus. Und schmeckte auch so.

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Ein Überraschungslamm gab es auch noch während der Lese – damit hatte niemand gerechnet. Ungewöhnlich für Ouessants, so ein Herbst-Lamm.

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Die Abstiche der klassischen Frankenweine sind geschafft, die Spontis dürfen auch noch einen spontanen biologischen Säureabbau machen, das geht gut voran, dauert aber noch ein Weilchen. Bis dahin wird viel probiert und überwacht, noch sind nicht alle Schäfchen im Trockenen.

Eine Idee zu “Das war die Weinlese 2016

  1. Völker Bernhard sagt:

    Die Ernte 2016 war quantitativ heterogen. Früher wurde bei solchen Ernten gesagt, “ein neidischer Herbst”. Weil in dem einen Weinberg ein Schaden durch Hagel oder Frost war, im Weinberg nebenan beim Nachbar aber ein voller Ertrag geerntet wurde.

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