Warum liegt hier eigentlich Stroh?

Ein aufmerksamer Leser hat uns eine Mail mit der Frage geschrieben, ob auf einem der Bilder aus dem letzten Post Stroh in den Weinbergszeilen läge und wenn ja warum. In der obigen Aufnahme sieht man es dann ganz deutlich: in der Tat haben wir in den letzten Tagen das letzte Stroh in den Weinbergen verteilt. Eigentlich macht man das dann Anfang August, die Nässe hat es jedoch über Wochen unmöglich gemacht, mit dem Traktor ohne Gefahr die Hänge hinauf und hinab zu fahren. Deshalb dieses Jahr die vierwöchige Verspätung. Aus ökologischen Gründen (u. a. wegen der Nitratauswaschungen) wird empfohlen, das möglichst vor der Weinlese durchzuführen (deshalb haben wir dieses kurze, trockene Zeitfenster genutzt). Nach der Ernte darf der Boden bis zum nächsten Frühjahr ruhen und sich einer vielfältigen Vegetation erfreuen.

Und warum macht man das nun? Zum Einen dient das Stroh der Lockerung des Bodens und damit auch der verbesserten Wasseraufnahme bzw. der Verringerung der Verdunstung. Nur aus diesem Grund wäre es bei diesem regenreichenreichen Sommer jedoch nicht nötig gewesen. Die steilen Lagen sind jedoch zum Anderen stets mehr oder weniger von Erosion bedroht. Und das Einbringen von Stroh verhindert das Abschwemmen des Erdreichs. Einfaches Mittel aber effektiv.

Reifestand am Eselsberg

Die Sonne dieses Wochenendes tut den Trauben gut. Ein Besuch auf dem Kitzinger Eselsberg bei Domina, Silvaner, Grauburgunder und Kerner war doch recht erfreulich, auch wenn das weitere Entlauben der Stöcke zum Zweck der besseren Durchlüftung weiter Arbeit erfordern wird. Die Säurewerte gehen jedenfalls -wie erwünscht – allmählich  zurück und das Mostgewicht liegt schon fast bei 70 Grad Oechsle.

Die Lese des Bacchus steht dann für Ende kommender Woche an, dann wird es auch bei uns den ersten Bremser bzw. Federweißer zu kaufen geben.

Der Kitzinger Eselsberg

Der Name dieser kleinen und exklusiven Lage wird bereits in der Kitzinger Bernbeck-Chronik von 1549 erwähnt. Damals wurde an und auf der malerischen Anhöhe am Rande der Altstadt in weit größerem Umfang als heute Weinbau betrieben.

Werbebild zum Kitzinger Eselsberg

Immerhin 4,5 Hektar werden heute noch bewirtschaftet – die Erzeugnisse gibt es ausschließlich im Hause Völker. Die geschützte Südwest-Lage an steilen Hängen mit bis zu 45% Steigung und der Boden aus Lehm, Lettenkeuper und Muschelkalk garantieren nahezu optimale Wachstumsbedingungen. Neben Rotwein und einigen neueren Sorten wird hier vor allem Silvaner angepflanzt.

Der Esel als Zugpferd

Über die Herkunft des Lagenamens gibt es verschiedene Überlieferungen: Einmal soll der Bergrücken an den buckeligen Rücken eines Esels erinnern. Zudem könnte der Namen von den Haustieren herrühren, welche im Mittelalter im Belagerungsfall aus der Stadt auf den nächsten Hügel getrieben wurden, um sie vor Feuer und Kriegseinwirkungen zu schützen. Und die nächstgelegene Weide war am „Eselsberg“.

Alle Weine vom Kitzinger Eselsberg sind aus ökologischem Anbau

Die dort entstandenen Weine bilden seit nun fast 200 Jahren ein Zugpferd unseres Sortiments. Eine Katasterurkunde vom Jahr 1811 belegt die alte Verbindung der Familie und Firma zu dieser Weinlage: In jenem Jahr übergab Georg Völker einen Weinberg, den er im 18. Jahrhundert erworben hatte, an seinen Sohn Andreas. Noch heute wird dieses Flurstück von unserem Unternehmen bewirtschaftet. In den 50er Jahren noch fantasievoll und bunt angepriesen, wie die Abbildung des damals hausinternen Grafikers zeigt, bringt der Eselsberg heute mit der regelmäßig schnell ausverkauften Domina, dem stets hervorragenden Silvaner und dem 2005 gepflanzten Grauburgunder (Bilder von der Anpflanzung bei flickr) mit die besten Weine unseres Sortiments hervor – und das alles aus ökologischem Anbau.

Und hier liegen die drei Weinberge am Eselsberg: