Warum liegt hier eigentlich Stroh?

Ein aufmerksamer Leser hat uns eine Mail mit der Frage geschrieben, ob auf einem der Bilder aus dem letzten Post Stroh in den Weinbergszeilen läge und wenn ja warum. In der obigen Aufnahme sieht man es dann ganz deutlich: in der Tat haben wir in den letzten Tagen das letzte Stroh in den Weinbergen verteilt. Eigentlich macht man das dann Anfang August, die Nässe hat es jedoch über Wochen unmöglich gemacht, mit dem Traktor ohne Gefahr die Hänge hinauf und hinab zu fahren. Deshalb dieses Jahr die vierwöchige Verspätung. Aus ökologischen Gründen (u. a. wegen der Nitratauswaschungen) wird empfohlen, das möglichst vor der Weinlese durchzuführen (deshalb haben wir dieses kurze, trockene Zeitfenster genutzt). Nach der Ernte darf der Boden bis zum nächsten Frühjahr ruhen und sich einer vielfältigen Vegetation erfreuen.

Und warum macht man das nun? Zum Einen dient das Stroh der Lockerung des Bodens und damit auch der verbesserten Wasseraufnahme bzw. der Verringerung der Verdunstung. Nur aus diesem Grund wäre es bei diesem regenreichenreichen Sommer jedoch nicht nötig gewesen. Die steilen Lagen sind jedoch zum Anderen stets mehr oder weniger von Erosion bedroht. Und das Einbringen von Stroh verhindert das Abschwemmen des Erdreichs. Einfaches Mittel aber effektiv.

Reifestand am Eselsberg

Die Sonne dieses Wochenendes tut den Trauben gut. Ein Besuch auf dem Kitzinger Eselsberg bei Domina, Silvaner, Grauburgunder und Kerner war doch recht erfreulich, auch wenn das weitere Entlauben der Stöcke zum Zweck der besseren Durchlüftung weiter Arbeit erfordern wird. Die Säurewerte gehen jedenfalls -wie erwünscht – allmählich  zurück und das Mostgewicht liegt schon fast bei 70 Grad Oechsle.

Die Lese des Bacchus steht dann für Ende kommender Woche an, dann wird es auch bei uns den ersten Bremser bzw. Federweißer zu kaufen geben.

Weinanbau im Hause Völker

Lesereif: wenn sich die Blätter verfärben, wird es höchste Zeit
Austrieb unseres Grauburgunders im Mai 2009
Austrieb unseres Grauburgunders im Mai 2009

Wer mit traditionellen Methoden arbeitet, für den spielt der Anbau die zentrale Rolle. Wind und Wetter, die Lage des Weinbergs zur Sonne, die Bodenverhältnisse und zuletzt die Pflege des Weinstocks bilden die Basis eines guten Weins.

Um vorab eine wichtige Frage zu klären: Bei der Wahl von Dünger und Spritzmittel achten wir streng darauf, nur naturnahe Stoffe zu verwenden. Zum Spritzen verwenden wir daher z.B. Backpulver, gedüngt wird mit Hornspänen und Rhizinusschrot. Auch gegen Insektenbefall gehen wir nur biologisch vor. Der dabei eingesetzte bacillus thuringiensis ist ein Bodenbakterium, das die Befruchtung der Weibchen durch die Männchen verhindert.

Weniger ist mehr

Die Pflege der Weinberge erstreckt sich über das ganze Jahr. Je nach Wetter variieren jedoch Art und Zeitpunkt der durchzuführenden Arbeiten. So wird etwa der Rebschnitt vor Beginn der Vegetationsperiode durchgeführt. Das Schneiden dient der Regulierung des Menge-Güte-Verhältnisses und der Erhaltung und Verjüngung des Weinstocks. Dabei wird ein kompakter Wuchs des Stammes angestrebt und alle sprießenden Reben bis auf eine oder zwei Knospen fachgerecht abgeschnitten.

Während des Wachstums der ausgewählten Triebe wird auf einen gleichmäßigen Wuchs geachtet. Eine gute Durchlüftung verhindert die Ausbreitung von Pilzerkrankungen. Dazu werden die Triebe angebunden – das dient auch dem Wachstum -, übermäßig in die Länge oder Breite wachsende Triebe werden zurückgeschnitten.In der späteren Vegetationsphase wird zu diesem Zwecke gegebenenfalls noch entlaubt.

Auf den Zucker kommt es an

Lesereif: wenn sich die Blätter verfärben, wird es höchste Zeit
Lesereif: wenn sich die Blätter verfärben, wird es höchste Zeit

Die Lese der Trauben ist in den letzten Jahren immer früher möglich geworden und konzentriert sich meist auf September und Oktober eines jeden Jahres. Die Trauben enthalten dann ausreichend Zucker und nur noch wenig Äpfelsäure, die im Reifungsprozess abgebaut wird. An den Steillagen erfolgt die Lese nach wie vor traditionell per Hand, für Auslesen und Beerenauslesen ist diese Ernteart ohnehin unumgänglich. Flachere Lagen werden heute weitgehend maschinell abgeerntet.

Für besonders edelsüße Weine werden die Trauben trotz Reife noch am Stock belassen. Bei feuchtem Wetter werden sie vom Botrytis-Schimmelpilz befallen, der zur Edelfäule führt. Durch die Abnahme des Flüssigkeitsgehalts steigt der Zuckeranteil. Es gehört jedoch einige Erfahrung dazu, die richtige Art des Schimmels zu erkennen – bei zu feuchter Witterung können die Trauben verderben. Der Zuckergehalt liegt bei der Lese zwischen 12 und 30 Prozent und setzt sich aus Fructose und Glukose zusammen.

Vertragswinzer in der Region

Unsere Weinkellerei arbeitet mit etwa 20 Vertragswinzern zusammen, deren Flächen von insgesamt 13 hektar dauerhaft unter Vertrag sind. Durch unsere beratende Funktion haben wir Einfluss auf Anbau und Qualität und können zudem stets die gleichen Lagen im Sortiment führen. Nicht zuletzt ist dem Winzer die Abnahme gesichert. Damit bietet sich die spannende Möglichkeit, einen bestimmten Wein von einem bestimmten Weinberg über Jahrzehnte zu beobachten.

An drei Kelterstationen in Kitzingen, Bullenheim und Donnersdorf werden die Trauben der Vertragswinzer angeliefert und verarbeitet. Zur Firmengruppe selbst gehören 4,1 hektar Weinberge:

  • Kitzinger Eselsberg (Silvaner, Kerner, Grauburgunder, Domina, Dornfelder)
  • Kitzinger Eherieder Berg (Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus)
  • Sulzfelder Cyriakusberg (Regent)
  • Rödelseer Küchenmeister (Silvaner)

Sehen Sie unsere Weinberge bei Google Maps:

http://maps.google.com/maps/ms?oe=UTF-8&ie=UTF8&hl=de&msa=0&msid=106005136171750479824.000471f83b9d16b88dae7&ll=49.747556,10.062103&spn=0.423268,1.234589&z=10